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Ein neues Jahr hat angefangen. Wir haben heute den 1. Januar 2026. Auf meinem Yogablog möchte ich dir ein paar Gedanken zum Innehalten schreiben.

Denn kaum ist der Kalender umgeschlagen, überbieten sich alle wieder gegenseitig mit Zielen, Plänen und To-do-Listen.

Auch ich habe auf meinem Hauptblog schon einige Artikel dazu geschrieben, wie zum Beispiel hier. Und natürlich ist es toll, Neujahr Vorsätze zu haben.

Mehr Bewegung, weniger Bildschirm, gesündere Ernährung, bessere Routinen. Das klingt vernünftig – und doch steckt dahinter oft derselbe alte Druck: schneller, weiter, höher.

Wir wollen wachsen, sichtbar sein, funktionieren. Aber wer sagt eigentlich, dass wir dauernd auf der Überholspur sein müssen?

Yoga flüstert uns etwas anderes zu. Es sagt: Halt kurz an. Atme. Sei da. Ganz einfach. Und dabei ist dieses „Einfach-sein“ gar nicht so einfach. Wenn der Kopf schon wieder denkt, was als Nächstes kommt.

Doch genau darin liegt der Zauber – in der Pause zwischen zwei Atemzügen, in diesem Moment ohne Ziel.

Auf der Matte ist das wunderbar spürbar. Immerhin geht es nicht darum, die perfekte Haltung zu bieten. Oder besonders gelenkig auszusehen. Vielmehr ist jede Asana ein Spiegel: Wie gehe ich mit mir um, wenn es anstrengend wird? Kann ich ruhig bleiben, wenn etwas nicht klappt? Oder renne ich auch hier dem Ehrgeiz hinterher, als wäre der herabschauende Hund eine Karriereleiter?

Das neue Jahr könnte eine Einladung sein, es anders zu machen. Keine Liste voller Verbote und Pflichten.

Sondern ein sanftes inneres „Ja“ zu dem, was wirklich zählt. Vielleicht geht’s diesmal nicht darum, noch mehr zu erreichen. Sondern bewusster zu leben. Mehr zu spüren. Weniger zu wollen. Einfach öfter still zu werden – und das nicht als Stillstand zu sehen, sondern als Kraftquelle.

An Werktagen springe ich manchmal schnell auf, wenn der Wecker morgens klingelt. Für unser Nervensystem ist es jedoch besser, langsam zu starten. Setz dich kurz hin, schließ deine Augen und atme dreimal tief durch. Kein großes Ritual, kein Aufwand – nur ein Moment. In dem du ankommst. Genau da beginnt Veränderung: nicht mit dem großen Knall, sondern mit einem stillen Atemzug.

Vielleicht ist das der wahre Neujahrsvorsatz: weniger „höher, schneller, weiter“. Und dafür mehr Tiefe, mehr Gelassenheit, mehr echtes Leben zwischen den Zeilen.

Körper im Wintermodus

Im Winter läuft vieles im Körper eher auf „ruhig“ als auf „Highspeed“. Die Tage sind kurz, es ist kalt, du bist eher drinnen. Des Weiteren bewegst du dich weniger, schläfst vielleicht mehr und bist trotzdem müde. Dein Körper orientiert sich stark an Licht und Temperatur: Weniger Tageslicht bedeutet oft weniger Energiegefühl, egal wie motiviert du im Kopf bist.

Gleichzeitig ist der Dezember für viele stressig: Termine, Familie, Essen, wenig Pausen. Wenn dann im Januar plötzlich alles „optimiert“ werden soll – Ernährung, Sport, Arbeit, Selbstoptimierung – überforderst du ein System. Das eigentlich erst mal regenerieren will.

Natur als Vorbild

Schau dir die Natur an: Bäume knallen im Januar auch nicht plötzlich los und tragen Blätter. Nur weil es ein neues Jahr ist. Sie sammeln Kraft in den Wurzeln, alles läuft im Verborgenen. Langsam, unsichtbar, aber wichtig. Tiere wie Igel, Bären oder Murmeltiere machen es noch deutlicher: Die sind einfach raus und schlafen.

Auch die Vögel sind noch nicht voll im Frühlingsmodus. Blumen liegen als Zwiebel im Boden und warten ab, bis es wirklich wärmer und heller wird. Niemand käme auf die Idee, einen Baum anzuschreien: „Los, jetzt sofort blühen! Neues Jahr, neue Chancen!“ – aber mit uns selbst machen wir genau das.

Warum zu viel Ehrgeiz schadet

Wenn du im Januar mit riesigen Vorsätzen startest – jeden Tag Hardcore-Sport, komplett andere Ernährung, perfekte Morgenroutine – prallen deine Erwartungen gern auf deine tatsächliche Energie. Du setzt dir dann Ziele, die zu deinem aktuellen Zustand einfach nicht passen.

Die Folge: Du hältst es ein paar Tage oder Wochen durch, bist fix und fertig, hast keinen Spaß, fühlst dich als Versagerin oder Versager. Oder gibst im schlimmsten Fall ganz auf. Der übertriebene Ehrgeiz killt langfristige Veränderung, weil du dir keinen Übergang und keine sanfte Anlaufphase gönnst.

Sanfter Start statt Selbstoptimierungs-Stress

Sinnvoller ist es, den Januar wie eine Übergangszeit zu sehen – so eine Art inneren Frühling, der erst langsam vorbereitet wird. Statt alles auf einmal umzudrehen, könntest du:

  • Dir kleinere Ziele setzen (zum Beispiel jeden Tag eines meiner kurzen Yogavideos mitmachen)

  • Routinen langsam aufbauen (Schlaf, frische Luft, etwas mehr Licht, kurze Spaziergänge)

  • Erst Energie und Stabilität sammeln, bevor du große Projekte anpackst

  • Dich fragen: „Was tut meinem Körper jetzt gut?“ statt „Wie werde ich am schnellsten die beste Version von mir?“

So arbeitest du nicht gegen den natürlichen Wintermodus deines Körpers, sondern mit ihm. Du nimmst dir den Druck raus, musst dich nicht beweisen. Und gibst dir Zeit, damit aus kleinen Schritten im Laufe des Jahres wirklich stabile Veränderungen werden können.

Ich wünsche dir ein achtsames Jahr 2026.

Elischeba

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