Wechseljahre, Yogaweisheiten und meine Gedanken dazu
Irgendwann merkst du vielleicht, dass du nicht mehr bei allem lächeln möchtest. Dass dich Dinge anstrengen, die du früher einfach mitgemacht hast. Und dass du nach einem vollen Tag nicht noch eine weitere Aufgabe übernehmen willst, sondern endlich deine Ruhe brauchst.
Vielleicht fragst du dich dann: Was ist denn plötzlich mit mir los?
Gerade in den Wechseljahren kann einiges in Bewegung kommen. Dabei geht es um den Körper, aber oft auch um die Frage, wie du eigentlich leben möchtest. Was passt noch zu dir? Was kostet dich auf Dauer zu viel Kraft? Stehen deine eigenen Bedürfnisse häufig ganz hinten?
Die Yogaweisheit kann dazu einen wohltuenden Gedanken beisteuern: Du darfst wahrnehmen, was gerade da ist, bevor du automatisch weitermachst. Wenn ich Meditationen anleite, dann sage ich häufig leise, dass du dich spüren kannst, ohne direkt zu bewerten.
Du bist kein Reparaturprojekt
Über Frauen in der Lebensmitte wird häufig gesprochen, als müsste dringend etwas ausgebessert werden. Hier eine Falte, dort ein graues Haar und dann bitte möglichst genauso belastbar bleiben wie früher.
Das kann ganz schön viel Druck machen. Denn während sich dein Körper verändert, sollst du am besten so tun, als wäre nichts.
Dabei hängt dein Wert weder von glatter Haut noch davon ab, wie viel du für andere erledigst. Deine Erfahrungen zählen genauso wie dein Humor, deine Neugier und deine Fähigkeit, nach schwierigen Zeiten wieder aufzustehen.
Natürlich darfst du dich pflegen, schön anziehen und etwas gegen Beschwerden unternehmen. Gleichzeitig darfst du älter werden, ohne dich ständig dafür rechtfertigen zu müssen.
Ich finde, beides gehört zusammen: gut für sich sorgen und sich selbst mit etwas mehr Freundlichkeit begegnen.
Wenn das ständige Funktionieren anstrengt
Vielleicht hast du viele Jahre organisiert, zugehört, mitgedacht und aufgefangen. Für deine Familie, im Beruf oder für Menschen, die sich auf dich verlassen.
Vieles davon hast du bestimmt gerne gemacht. Trotzdem kann irgendwann der Punkt kommen, an dem du merkst: So wie bisher geht es für mich nicht weiter.
Nicht jede Frau erlebt die Wechseljahre als großen Wendepunkt. Dennoch können sie ein Anlass sein, genauer hinzuschauen. Manchmal fällt dann auf, dass die eigenen Pausen seit Jahren als Erstes gestrichen werden.
Im Yoga gibt es den Gedanken von Ahimsa. Das wird häufig mit Gewaltlosigkeit übersetzt. Zum Beispiel essen viele Menschen, die Yoga machen, kein Fleisch, da es durch Töten auf den Teller kommt. Es geht aber auch um Mitgefühl für Lebewesen allgemein. Für den Alltag lässt sich daraus auch eine Frage ableiten: Wie gehe ich eigentlich mit mir selbst um?
Wenn du dich ständig antreibst, deine Erschöpfung kleinredest und erst dann ausruhst, wenn wirklich nichts mehr geht, fehlt vielleicht genau diese Freundlichkeit dir selbst gegenüber.
Eine Pause muss deshalb keine Belohnung für erledigte Arbeit sein. Sie darf ganz selbstverständlich zu deinem Tag gehören.
Dein Nein braucht keine Entschuldigung
Ein weiterer Gedanke aus der Yogaphilosophie ist Satya, also Wahrhaftigkeit. Das klingt zunächst groß, beginnt jedoch oft mit einem ziemlich einfachen Satz:
„Heute ist mir das zu viel.“
Vielleicht möchtest du einen Besuch kürzer halten. Vielleicht brauchst du nach der Arbeit Zeit für dich. Oder du willst eine Aufgabe abgeben, die bisher automatisch bei dir gelandet ist.
Ehrlich zu sein bedeutet dabei nicht, anderen alles ungefiltert vor die Füße zu werfen. Du kannst freundlich bleiben und trotzdem deutlich sagen, was für dich passt.
Gerade wenn du lange darauf geachtet hast, dass alle zufrieden sind, fühlt sich das anfangs ungewohnt an. Allerdings ist ein schlechtes Gewissen noch kein Beweis dafür, dass deine Grenze falsch ist. Manchmal zeigt es einfach, dass du etwas anders machst als bisher.
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Yoga darf sich mit dir verändern
Vielleicht kennst du Yogastunden, nach denen du dich wunderbar lebendig fühlst. Und vielleicht gibt es inzwischen auch Tage, an denen dir schon der Gedanke an einen schnellen Ablauf zu viel wird.
Dann darf deine Praxis anders aussehen.
Du musst auf der Matte nichts nachholen und niemandem beweisen, wie beweglich oder ausdauernd du bist. Stattdessen kannst du dich fragen: Was würde mir heute guttun?
Manchmal ist das Bewegung, bei der du deine Kraft spürst. An einem anderen Tag möchtest du dich langsam dehnen, bequem sitzen oder einfach eine Weile liegen.
Für mich steckt darin eine besonders wertvolle Yogaweisheit: aufmerksam bleiben, auch wenn der Kopf einen festen Plan hatte.
Denn eine passende Praxis erkennst du nicht daran, dass du möglichst viel geschafft hast. Entscheidend ist auch, wie du währenddessen mit dir umgehst.
Loslassen beginnt im Alltag
„Du musst einfach loslassen“ ist schnell gesagt. Nur hilft dieser Satz wenig, wenn du nachts wach liegst oder tagsüber das Gefühl hast, für alles zuständig zu sein.
Deshalb mag ich es konkreter.
Vielleicht lässt du heute den Anspruch los, dass die Wohnung vor jedem Besuch perfekt aussehen muss. Ich muss zugeben, dass es mir sehr wichtig ist, in einem ordentlichen und stets sauberen Haus zu wohnen. Dafür vernachlässige ich allerdings den Garten, da mich Wildkraut nicht stört und wer es nicht mag, braucht ja nicht hinschauen. Wer definiert überhaupt, was Unkraut ist? Wir brauchen nicht perfekt sein. Vielleicht beantwortest du eine Nachricht erst morgen. Oder du erlaubst dir, eine Einladung abzulehnen, obwohl du theoretisch Zeit hättest.
Auch im Yoga begegnet uns dieser Gedanke: Wir können uns bemühen, ohne alles kontrollieren zu können.
Das ist gerade dann hilfreich, wenn du deinen Körper kaum wiedererkennst. Du darfst dich um dich kümmern, ohne jeden Tag zu einem Projekt zur Selbstoptimierung zu machen.
Und wenn dir das nicht immer gelingt, brauchst du daraus keine weitere Aufgabe zu basteln.
Du musst diese Phase nicht schönreden
So stärkend ein neuer Blick auf die Lebensmitte sein kann, so wenig muss daraus eine Pflicht zur Begeisterung werden.
Du darfst Veränderungen schwierig finden. Du darfst um etwas trauern, das früher selbstverständlich war. Und du darfst genervt sein, wenn du dich gerade überhaupt nicht nach einer besonders weisen, gelassenen Frau fühlst.
Auch das passt zum Yoga. Wahrnehmen, was ist, schließt unangenehme Gefühle mit ein.
Ebenso musst du Beschwerden nicht allein bewältigen. Ärztliche Beratung und eine individuell passende Behandlung dürfen genauso Platz haben wie Bewegung, Ruhe und gute Gespräche. Yoga kann dich begleiten, ersetzt jedoch keine medizinische Abklärung.
Es gibt keinen Preis dafür, möglichst viel auszuhalten.
Was soll jetzt mehr Platz bekommen?
Vielleicht entsteht zwischen all diesen Veränderungen langsam eine neue Frage: Was wünsche ich mir eigentlich für die kommenden Jahre?
Mehr Zeit draußen? Eine Ausbildung, die dich schon lange interessiert? Weniger Verpflichtungen? Oder Menschen, bei denen du dich nicht ständig erklären musst?
Dafür braucht es keinen radikalen Neustart. Häufig beginnt es mit kleinen Entscheidungen, die du im Alltag wiederholst.
Du reservierst dir einen Abend. Du bittest um Unterstützung. Du gehst auf die Matte, weil du dich bewegen möchtest. Oder du bleibst auf dem Sofa, weil du heute Ruhe brauchst.
Die Wechseljahre müssen dich weder zur völlig neuen Frau machen noch automatisch weiser werden lassen. Aber du darfst deine Erfahrung nutzen, um bewusster zu entscheiden.
Vielleicht heißt das dann irgendwann ganz ruhig: Ich bin gerne für andere da. Und ich möchte auch für mich da sein. Und das ist auch absolut okay.
Wenn der Zopf dünner wird Werbung
Als wäre in den Wechseljahren nicht schon genug los, wirken vielleicht auch die Haare feiner und der Zopf weniger kräftig als früher. Natürlich sagt die Haarfülle nichts über deinen Wert aus. Trotzdem darfst du dir wünschen, dass deine Haare schön aussehen und du dich damit wohlfühlst. Bei mir ist es tatsächlich so, dass ich mit Mitte 20 eine tolle Mähne hatte – mit Haaren fast bis zur Taille.
Zum Gedanken der Selbstfürsorge passt für mich deshalb auch, sich mit der eigenen Pflege und Ernährung zu beschäftigen. Dabei kannst du dir zum Beispiel die femcaps®HAIR von fembites anschauen.* Das Besondere ist ihr Aufbau, denn außen enthalten die Kapseln Öl und innen Pulver. So werden unterschiedliche Inhaltsstoffe in einer Kapsel kombiniert.
Allerdings gehören zur Selbstfürsorge auch realistische Erwartungen. Eine Nahrungsergänzung ist kein Versprechen für eine vollere Mähne und ersetzt keine abwechslungsreiche Ernährung. Wenn deine Haare deutlich oder plötzlich ausfallen, lass die Ursache bitte ärztlich abklären, statt es einfach auf die Wechseljahre zu schieben.

Und während du dich um deine Haare kümmerst, darf der Blick in den Spiegel ruhig etwas freundlicher werden. Genau daran erinnert mich Yoga immer wieder: gut für mich sorgen und dabei geduldig mit mir bleiben.
Deine Elischeba
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Fotografen: Matthias Mahnke, Johannes Franke und privat
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Wenn das ständige Funktionieren anstrengt
Dein Nein braucht keine Entschuldigung
Du musst diese Phase nicht schönreden